Gesprochener Text des Films
0:00 Was zuerst gefilmt wird Sie wollen Onboarding-Videos erstellen. Doch was filmen Sie zuerst, und wer soll darin zu sehen sein? Fangen Sie mit 10 kurzen Clips an. Erst das, was jeder Neue braucht: die Begrüßung durch den Chef, ein Rundgang und die Ansprechpartner mit Gesicht und Namen. Dann die fünf wichtigsten Abläufe, jeder in einem eigenen Clip. Dazu einer für Sicherheit und Notfall und einer für den Alltag: Pausen, Krankmeldung, Urlaub.
0:29 Eigene Leute, kurz, mit Untertiteln Statt fremder Sprecher zeigen Sie Ihre eigenen Leute, direkt am Arbeitsplatz. So erkennen Neue am ersten Tag die Gesichter wieder. Ein Studio braucht es nicht. Halten Sie jeden Clip unter 6 Minuten. In einer großen Studie hörte die Hälfte spätestens dann auf. Und jeder Clip bekommt Untertitel, für laute Hallen und andere Sprachen.
0:52 Kostenlose Drehliste Eine Drehliste mit 10 Clips für die Einarbeitung gibt es kostenlos auf betriebscampus.de.
Die 10 Clips für den Anfang
Erst kommt, was jeder Neue braucht, egal in welcher Stelle. Dann die Abläufe, nach denen am häufigsten gefragt wird:
- Clip 1, Begrüßung: Die Chefin oder der Chef sagt, wofür der Betrieb steht und worauf sich das Team freut. Ein bis zwei Minuten reichen.
- Clip 2, Rundgang: Eingang, Umkleide, Pausenraum, Kantine, wo was liegt.
- Clip 3, Ansprechpartner: Jede wichtige Person sagt in einem Satz, wer sie ist und wann man zu ihr kommt.
- Clip 4, Sicherheit und Notfall: Notausgänge, Sammelplatz, Ersthelfer, wie ein Unfall gemeldet wird. Er bereitet die Unterweisung vor, ersetzt sie aber nicht.
- Clip 5 bis 9, die fünf wichtigsten Abläufe: je ein Ablauf pro Clip, gezeigt von der Person, die ihn am besten kann.
- Clip 10, Alltag: Arbeitszeit erfassen, Pausen, Krankmeldung, Urlaub beantragen.
Welche fünf Abläufe? Die, nach denen Neue am häufigsten fragen, und die, bei denen Fehler teuer oder gefährlich werden. Fragen Sie Ihre Erfahrensten und die Neuen der letzten Monate.
Warum die eigenen Leute statt fremder Sprecher
Neue sehen in den Clips die Menschen, mit denen sie arbeiten werden, und erkennen sie am ersten Tag wieder. Sie sehen Ihre Halle, Ihre Maschinen und Ihre Abläufe statt eines allgemeinen Beispiels. Ein Sprecher, den im Betrieb niemand kennt, kann das nicht leisten.
Teure Technik braucht es dafür nicht. In einer großen Studie zu Lernvideos von Hochschulen auf der Plattform edX, mit 6,9 Millionen Videositzungen, kam ein locker am Schreibtisch gedrehter Kurs besser an als eine aufwendige Studioproduktion. Die Forscher raten, dort zu filmen, wo der Sprecher entspannt in die Kamera schauen kann. Sie schränken ein, dass sie nur ein solches Kurspaar vergleichen konnten (Guo, Kim, Rubin 2014).
Kurz halten
In derselben Studie schauten Lernende im Mittel höchstens 6 Minuten zu, egal wie lang das Video war. Die Hälfte hörte also spätestens nach 6 Minuten auf. Bei Videos über 9 Minuten kamen viele nicht einmal bis zur Hälfte. Am besten liefen Videos bis 3 Minuten.
Deshalb: ein Thema je Clip, jeder Clip unter 6 Minuten, lieber zwei kurze als ein langer.
Untertitel von Anfang an
Untertitel helfen, wo es laut ist oder der Ton aus bleibt, und allen, die Deutsch noch lernen. 17 % der Beschäftigten in Deutschland haben eine ausländische Staatsangehörigkeit, in der Lebensmittelherstellung sind es fast 44 % (Bertelsmann Stiftung, Juli 2026).
Wo Videos eine Unterweisung vorbereiten, gilt ohnehin: Informationen zu Arbeitsmitteln und Schutzausrüstung müssen in einer für die Beschäftigten verständlichen Form und Sprache vorliegen (§ 12 BetrSichV, § 3 PSA-BV).
So drehen Sie, auch ohne Profi
- Handy quer halten und auf ein kleines Stativ stellen
- auf den Ton achten: ruhige Ecke oder ein Ansteckmikrofon
- Licht von vorn, nicht gegen das Fenster filmen
- nah ran an Hände und Werkstück
- ein Thema je Clip, vorher einmal laut durchsprechen, nicht ablesen
- wer zu sehen ist, ist vorher einverstanden, am besten schriftlich
- Clips erneuern, sobald sich ein Ablauf ändert
Was Videos nicht ersetzen
Die Clips zeigen die Grundlagen. Empfang, Gespräche und den Paten ersetzen sie nicht. Eine Pflichtunterweisung können sie vorbereiten. Unterwiesen wird aber bezogen auf den eigenen Arbeitsplatz und vor Aufnahme der Tätigkeit (§ 12 ArbSchG). Wie weit Video dabei reicht, steht im Ratgeber „Unterweisung nachweisen“.
So hilft Betriebscampus
Betriebscampus plant mit Ihnen die ersten Clips, dreht bei Ihnen vor Ort mit Ihren Leuten und stellt alles in Ihren eigenen Campus, auf jedem Handy und mit Untertiteln in den Sprachen Ihres Teams. An einem Drehtag entstehen etwa zehn kurze Clips, also genau die Liste oben.
Wer nicht vor die Kamera will, erzählt uns, wie es geht, und wir machen ein animiertes Erklärvideo. Später nehmen Ihre Leute selbst kurze Clips mit dem Handy auf, ein Erfahrener gibt sie frei.
Häufige Fragen
Wie erstelle ich ein Onboarding-Video?
Thema festlegen, die Person fragen, die den Ablauf am besten kann, am Arbeitsplatz mit dem Handy auf einem Stativ drehen, unter 6 Minuten bleiben und Untertitel ergänzen. Fangen Sie mit den zehn Clips der Drehliste an.
Was gehört in ein Willkommensvideo für neue Mitarbeiter?
Wer der Betrieb ist, worauf sich das Team freut, wie der erste Tag abläuft und wer am Eingang wartet. Ein bis zwei Minuten, gesprochen von der Chefin oder dem Chef.
Brauche ich eine Software oder KI für Onboarding-Videos?
Für den Anfang nicht. Ein Handy, ein Stativ und ein Ansteckmikrofon reichen. Wichtiger ist, dass Ihre eigenen Leute zu sehen sind und die Clips dort liegen, wo Neue sie finden: auf dem Handy und mit Untertiteln.
Funktioniert Einarbeitung per Video auch für Monteure, Azubis und Quereinsteiger?
Ja, gerade dort. Wer unterwegs oder in der Halle arbeitet, schaut kurze Clips auf dem Handy, auch ein zweites Mal. Handgriffe lassen sich zeigen statt beschreiben. Das Gespräch mit Meister oder Pate bleibt.




