Warum frühe Kündigungen passieren
In der Onboarding-Umfrage von Haufe 2023 mit 755 Befragten, meist aus der Personalabteilung, nannten die Betriebe diese Gründe für frühe Kündigungen:
- falsche Erwartungen an die Stelle: 56 %
- Team oder Führungskraft passen nicht: 38 %
- die Unternehmenskultur passt nicht: 28 %
- keine professionelle Einarbeitung: 21 %
36 % der Befragten hatten sogar Kündigungen zwischen Vertragsunterschrift und erstem Arbeitstag. Ein Einarbeitungsplan hat sich bei 78 % am meisten bewährt, ein eigenes Budget für die Einarbeitung haben nur 17 %.
Die vier Bausteine guter Einarbeitung
Talya Bauer beschreibt für die SHRM Foundation vier Bausteine. Nur etwa 20 % der Organisationen decken alle vier ab:
- Regeln: Pflichtunterweisungen, Sicherheit, Hausordnung
- Rolle: Aufgaben, Erwartungen und woran Erfolg gemessen wird
- Kultur: Werte und wie bei Ihnen gearbeitet wird
- Kontakte: Team, Ansprechpartner und wen man was fragt
Laut Bauer fühlten sich neue Beschäftigte im Stundenlohn nach 3,5 Wochen angekommen, ihre Vorgesetzten sahen sie aber erst nach drei Monaten voll einsatzfähig. Bei Corning blieben Beschäftigte mit strukturierter Einführung mit 69 % höherer Wahrscheinlichkeit bis zu drei Jahre im Unternehmen.
Ein Plan für die ersten Wochen
So kann ein Einarbeitungsplan im Mittelstand aussehen:
- Vor dem ersten Tag: Begrüßung durch die Geschäftsführung, Rundgang und Ansprechpartner als kurzes Video, Pflichtunterweisungen zum Vorbereiten
- Erster Tag: persönliche Begrüßung, Arbeitsplatz, Unterweisung am Arbeitsplatz mit Gespräch
- Erste Woche: die wichtigsten Abläufe, zuerst als Video, dann mit einem erfahrenen Kollegen
- Erster Monat: Fachthemen Schritt für Schritt, Fragen jederzeit
- Nach drei Monaten: Gespräch über Erwartungen, Aufgaben und was noch fehlt
Was Videos leisten und was nicht
Kurze Videos nehmen erfahrenen Kollegen die Wiederholung ab: Die Grundlagen sind einmal richtig erklärt und für jeden Neuen gleich. Am besten wirken Videos von 3 bis 6 Minuten. In der größten Studie dazu schauten Lernende im Mittel höchstens 6 Minuten, egal wie lang das Video war (Guo, Kim, Rubin 2014).
Videos ersetzen nicht die persönliche Begleitung. Kultur und Kontakte entstehen im Gespräch. Die Videos schaffen dafür Zeit, weil niemand mehr die Grundlagen zehnmal erklären muss.
So geht es mit Betriebscampus
Betriebscampus dreht mit Ihren Leuten die Videos für die Einarbeitung: Begrüßung, Rundgang, Ansprechpartner, Abläufe und Pflichtunterweisungen. Neue sehen sie vorab auf dem Handy, mit Untertiteln in ihrer Sprache.
Einarbeitungspläne je Stelle, die Neue Schritt für Schritt durchgehen, sind unser nächster Ausbauschritt.
Häufige Fragen
Wie lange dauert eine gute Einarbeitung?
Länger als die erste Woche. Bei Bauer sahen Vorgesetzte neue Beschäftigte im Stundenlohn erst nach drei Monaten voll einsatzfähig. Gallup nennt als Erfahrungswert aus den USA rund zwölf Monate bis zur vollen Leistung.
Was gehört in die erste Woche?
Begrüßung, Arbeitsplatz, Ansprechpartner, Pflichtunterweisungen und die wichtigsten Abläufe. Alles, was für jeden Neuen gleich ist, lässt sich vorab als Video zeigen.
Kann man Einarbeitung mit Videos ersetzen?
Nein, aber leichter machen. Die Videos übernehmen die Grundlagen, die Kollegen kümmern sich um das Besondere und um den Menschen.